/Weltraum

Japan hat zwei Rover auf einem Asteroiden gelandet

WIRED Staff 24.09.2018 Lesezeit 2 Min

Als erster Raumfahrtbehörde der Welt ist es der japanischen JAXA gelungen, zwei Rover auf einem Asteroiden abzusetzen. Die beiden hüpfenden Roboter haben mit der Erforschung des Gesteinsbrockens begonnen. Gesammelte Bodenproben sollen 2020 zur Erde zurückkehren.

Die Mission Hayabusa2 hat zwei ihrer vier Rover, MINVERVA-II 1A und 1B, auf dem Asteroiden Ryugu abgesetzt. Die beiden kleinen Roboter, die jeweils nur ein Kilogramm wiegen, sind die ersten mobilen Geräte, die auf einem Asteroiden aufsetzen. Sie können sich hüpfend über die Oberfläche bewegen. Dabei sind sie nur ein Teil einer Gruppe kleiner Forschungsmaschinen, die sich Ryugu vornehmen sollen.

Die Rover funktionieren in der minimalen Schwerkraft des Asteroiden nicht mit Radreifen. Stattdessen ermöglichen Schwungräder im Inneren der Hülle es den Geräten, sich zu drehen und so vom Boden abzustoßen. Ein Hopser kann dabei bis zu 15 Minuten dauern und die Rover rund 13 bis 15 Meter weit befördern. Bislang funktionieren die Rover weitestgehend wie erwartet und funkten bereits erste Bilder mit einer Datenrate von 32 kbps zur Sonde Hayabusa2, die sie von dort zur Erde weiterleitet.

Hayabusa2 wird zu einem späteren Zeitpunkt noch einen dritten MINERVA-Rover sowie einen Rover namens MASCOT absetzen, den deutsche und französische Teams zur Mission beigesteuert haben. Um Bodenproben einzusammeln wird die Sonde zudem zweimal mit Sprengladungen auf den Asteroiden feuern: Einmal sollen aufgeschleuderte Gesteinsbröckchen aus dem Orbit aufgefischt werden, dann soll mit einer größeren Ladung ein tieferer Krater gerissen werden, in dem die Sonde für die Probenentnahme landen wird, wie es auch schon die Vorgängermission getan hatte.

Ende 2019 wird die Phase der Datensammlung enden und Hayabusa2 den Rückflug zur Erde antreten. Ein Jahr später soll eine Kapsel mit den Proben in die Atmosphäre eintreten und landen. Die Sonde selbst wird danach noch genügend Treibstoff für ihren Ionenantrieb haben, um weitere Ziele anzufliegen und im Vorbeiflug Daten zu sammeln.