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So will ein japanisches Start-up den Mond erobern

WIRED Staff 27.09.2018 Lesezeit 3 Min

Ein japanisches Unternehmen will zum Mond. In zwei nacheinander angesetzten Missionen möchte iSpace mit einer Sonde und Rovern den Erdtrabanten erkunden – und in den Jahren darauf dann eine ganze Industrieanlage hochziehen. Helfen soll hierbei SpaceX.

Die Plätze hat iSpace schon gebucht. Mitte 2020 soll eine Falcon-9-Rakete von SpaceX eine Mondlandeeinheit des japanischen Unternehmens ins All befördern. Die würde mit eigenem Antrieb die Weiterreise zum Mond antreten. Dort soll sie anschließend in einen stabilen Orbit eintreten und gleich einer Orbiter-Sonde den Erdtrabanten umkreisen. Sollte diese Mission gelingen und eine dauerhafte Datenverbindung hergestellt werden können, das ist der Plan der japanischen Unternehmer, wird nur ein Jahr später ein weiterer Lander bei einem weiteren Start einer SpaceX-Rakete mitfliegen. Der soll ebenso außerhalb der Erdatmosphäre ausgesetzt und mit eigener Kraft bis zum Mond gelangen. Allerdings soll dieser dann auch landen und mehrere kleine Rover aussetzen, die den Himmelskörper erforschen.

„Wir teilen die Vision von SpaceX, der Menschheit die Möglichkeit für das Leben im All zu eröffnen“, sagte Takeshi Hakamada, der Gründer von iSpace. „Daher sind wir sehr froh, dass sie uns bei diesem ersten Schritt unserer Reise zur Seite stehen.“

Die ersten beiden Missionen sollen aber nur als Technologiedemonstration dienen. Denn iSpace hofft, zukünftig für Privatkunden Gerätschaften zu entwickeln und Instrumente auf den Mond zu befördern. Gleichzeit sollen mehrere eigene Folgemissionen stattfinden, um ein sogenanntes Moon Valley zu begründen. Dafür sollen Wasser- und Ressourcenquellen ausgeforscht, ein dauerhafter Kommunikationskanal zur und eine Industrieanlage auf der Mondoberfläche aufgebaut werden. Letztere soll zu Beginn vor allem Treibstoff produzieren, um einen Pendelverkehr zwischen Erde und Mond einzurichten.

Bei diesen Missionen soll zunächst mehrheitlich auf Roboter gesetzt werden. Nachfolgend, so hatten die iSpace-Vertreter bei einer Pressekonferenz erklärt, könnten bemannte Missionen und eine „permanenten Besiedlung gewagt“ werden. Aber auch Tourismus soll eine Rolle spielen. Hunderte oder sogar Tausende könnten in einigen Jahrzehnten jährlich auf den Mond kommen, um beispielsweise Krater, Berge oder auch historische Orte der Raumfahrt zu besuchen.

Ein Rover im Rover

Bei iSpace handelt es sich um kein gänzlich unbekanntes Team. Das Unternehmen hatte unter anderem einen der Finalteilnehmer des Google Lunar X Prize koordiniert, das Team Hakuto, mit dem es einen gleichnamigen Rover entwickelt hat. Das nun für die Mond-Mission gedachte Vehikel, genannt Hakuto-R, baut auf dessen Technik auf aber kann viel mehr als das Original. Unter anderem soll er 2,5 Kilogramm an Proben transportieren und an einer Kabelverbindung einen zweirädrigen Mini-Rover aussetzen, der genutzt werden kann, um sonst unerreichbare Lavahöhlen zu erkunden.

Finanziert wird die ambitionierte Unternehmung von Investoren, die bereits über 95 Millionen US-Dollar in das Start-up gesteckt haben, das nicht nur Mitarbeiter in Japan, sondern auch Luxemburg und den USA beschäftigt. Allerdings ist iSpace nicht das einzige Unternehmen, das solche Pläne verfolgt. Bereits im Mai dieses Jahres hatte Jeff Bezos mit seiner Firma Blue Origin ein ähnliches Konzept vorgeschlagen. Und auch Moon Express möchte in den kommenden Jahren eine Sonde, einen automatisierten Kommunikations- und Forschungsaußenposten und dann einen Lander zum Mond senden, der Proben sammelt und zur Erde schickt.