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In Island startet der erste echte urbane Drohnenlieferdienst

WIRED Staff 24.08.2017 Lesezeit 2 Min

Ein Stadtteil von Reykjavík erhält den ersten kommerziellen On-Demand-Lieferdienst mit Drohnen der Welt. In der ersten Phase transportiert eine einzelne Drohne Restaurantbestellungen quer über eine Bucht – doch schon in wenigen Monaten sollen Lieferungen auch in Vorgärten abgesetzt werden.

Die israelische Drohnenfirma Flytrex und der isländische Online-Marktplatz AHA kooperieren für die Lieferungen in Reykjavík: Wie TechCrunch berichtet, soll die erste Drohne nun zunächst Bestellungen von Restaurants und Geschäften auf einer Seite der Stadt abholen und dann zu einem Landeplatz in der Vorstadt Graforvogur transportieren. Gegenüber Lieferungen per Auto soll dies deutlich günstiger und schneller sein, da sich zwischen Start- und Zielgebiet eine Bucht befindet:

 

Während eine Autolieferung in Reykjavík etwa 25 Minuten benötigt, schafft es die Drohne laut Flytrex in nur vier. Das soll langfristig etwa 60 Prozent Lieferkosten sparen. Die erste Drohne, die nun im Betrieb ist, trägt bis zu drei Kilogramm und soll 20 Lieferungen pro Tag durchführen. Schon in wenigen Monaten sollen allerdings hunderte von Lieferungen durchgeführt werden – direkt vor die Haustüren von Kunden in der ganzen Stadt.

Reykjavík eignet sich besonders gut für Drohnenlieferungen, da die Stadt flach gebaut ist und die meisten Häuser eine offene Fläche haben. Die Flytrex-Drohnen fliegen in einer Höhe von 50 Metern und haben dort im Luftraum über der isländischen Hauptstadt praktisch keine Hindernisse zu befürchten. Das Unternehmen plant jedoch auch die Expansion nach Festlandeuropa und Südamerika – laut CEO Yariv Bash sind auch Landungen auf Hochhausdächern von der Technologie her kein Problem.

Auch außerhalb von Städten zeigen Drohnen in einigen Landschaften bereits jetzt ihre Vorteile gegenüber Lieferungen am Boden: Zipline betreibt seit einiger Zeit in Ruanda erfolgreich den Transport von Blutkonserven und anderen notfallmedizinischen Frachten per Flügeldrohne. Wie WIRED US berichtet, soll ein derartiger Dienst nun auch in Tansania aufgebaut werden – und dort schon bald anfangen, Leben zu retten.