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IBM und Maersk wollen mit der TradeLens-Blockchain den Welthandel automatisieren

WIRED Staff 10.08.2018 Lesezeit 2 Min

Das IT-Unternehmen IBM hat zusammen mit der dänischen Großreederei Maersk eine Blockchain-Lösung namens TradeLens entwickelt. Die Unternehmen erhoffen sich davon eine Teilautomatisierung des weltweiten Handels via Schiff – und damit Einsparungen bei Kosten und Zeit.

Laut Maersk haben sich bereits 94 international tätige Handelsunternehmen dem branchenweiten Krypto-Handelsbündnis angeschlossen. Darunter sind über 20 Hafen- Lagerbetreiber wie PSA Singapore, Patrick Terminals, Häfen Halifax, Hamburg Süd aber auch Hafenbehörden, Schifffahrtslinien und Transportorganisationen. Die Blockchain-Lösung TradeLens ermöglicht, so zumindest IBM, eine Zusammenarbeit der Unternehmen, indem sie in Echtzeit und rückverfolgbar gemeinsame Versanddaten, Genehmigungen und Frachtpapiere einsehen können.

Dadurch soll sich die Zusammenarbeit und Abfertigung von Frachtgütern beschleunigen lassen. Nebst Dokumenten sollen auch IoT- und Sensordaten in die Blockchain einfließen und diese Temperatur- und Gewichtskontrollen von Containern vereinfachen. Zudem würde die Blockchain eine Manipulation erschweren und damit beispielsweise auch Schmuggel eindämmen – wenn auch nicht gänzlich verhindern.

Die Datensätze einer Blockchain werden von Rechnern verifiziert und als Blöcke aneinandergesetzt. Wobei jeder neue Block einen Zahlenwert enthält, der aus den Inhalten des vorhergehenden Blocks berechnet wird. Wird ein Block verändert, ändert sich sein ursprünglicher Wert. Dadurch wird er folglich vom nachfolgenden Block delegitimiert. Dazu sind alle Systemteilnehmer im Besitz einer Kopie dieses digitalen Registers. Manipuliert jemand eine Blockchain, wird diese von allen anderen ausgeschlossen.

Eine Wette auf die Zukunft

Insgesamt hoffen Maersk und IBM durch den Wegfall von Papierdokumentationen und einer nun schnelleren Überprüfbarkeit der Verschiffungs- und Verladedaten eine weitreichende Kosteneinsparungen. Bislang würde beinahe ein Fünftel der Gesamtkosten des Welthandels durch Verwaltung und Dokumentation verursacht.

In den nächsten zwölf Monaten soll TradeLens in einer Beta-Phase zeigen, ob sich die derzeitigen Erwartungen einlösen und wirklich Zeit- und Geldeinsparungen erreichen lassen. Ebenso soll geprüft werden, wie sich beispielsweise auch Initiativen wie openshipping.org integrieren ließen.

Für das Unternehmen Maersk geht es bei dem gemeinsamen Projekt mit IBM auch auch darum, sich in Teilen neu zu erfinden und zukunftssicher aufzustellen. Denn über die vergangenen Jahre wurden bei der Schifffahrtssparte aufgrund von fallenden Frachtraten und zunehmenden Preisdruck tausende Stellen gestrichen. Dazu hatte das Traditionsunternehmen stellenweise mit Gewinneinbrüchen zu kämpfen. Mit TradeLens könnte das Unternehmen sich nun auch als Plattformanbieter und Datendienstleister für das Handelsgeschäft etablieren.