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Der Ethereum-Erfinder will sich von seiner Kryptowährung zurückziehen

WIRED Staff 19.11.2018 Lesezeit 3 Min

Der Erfinder von Ethereum möchte in Zukunft eine weniger wichtige Rolle für seine Kryptowährung spielen. Dies könnte seiner Ansicht nach dabei helfen, Ethereum besser zu dezentralisieren.

Vitalik Buterin ist eine der sichtbarsten Personen der noch recht jungen Kryptowährungsszene. Nicht umsonst. Er hatte 2011 das Bitcoin Magazine mitbegründet und lange als leitender Autor begleitet. Aber vor allem hat er 2013 mit Ethereum seine eigene Blochchain-Plattform und mit Ether die dazugehörige Kryptowährung konzipiert – und zwei Jahre später auch gestartet. Das hat Buterin berühmt, einflussreich und sehr wohlhabend gemacht – schätzungsweise ist er derzeit zwischen 250 bis 350 Millionen Euro schwer. Nun aber will sich der Ethereum-Gründer von Ethereum zurückziehen.

Durch seine Rücknahme aus dem Tagesgeschäft möchte Vitalik Buterin, der die Währung vor fünf Jahren gründete, dafür sorgen, dass die Community mehr Mitspracherecht bei der Kryptowährung hat. So ist dies derzeit auch bei Ethereum 2.0 zu beobachten, das die neue Software werden soll, die hinter der Währung steckt. Dies ist derzeit ein heißes Diskussionsthema in der Szene, die Software soll auch dann noch effizient sein, wenn es deutlich mehr Nutzer und damit auch Transaktionen gibt.

Einer der Vorteile von Kryptowährungen ist die dezentrale Anlegung. Denn dadurch sind sie unabhängig von festen Institutionen wie Banken und unterstehen keiner Behörde. Allerdings haben oft die Inhaber und Gründer einer Kryptowährung mehr Mitspracherecht als andere. Diesen Punkt möchte Buterin mit seinem graduellen Rückzug ausmerzen. So soll ausgeschlossen werden, dass bei einem Ausfall des Erfinders niemand seine Rolle übernehmen kann. Daher nimmt er sich nicht nur beim Tagesgeschäft zurück, sondern habe sich bereits in vielen Bereichen aus den Entscheidungsprozessen herausgezogen, wie unter anderem heise online berichtet.

Allerdings könnte dieser Schritt auch eine Gefahr darstellen, denn der jetzige Zeitpunkt ist durchaus kritisch – aktuell stehen wichtige Punkte auf der Agenda, um die Verbreitung und Weiterentwicklung von Ethereum voranzutreiben. Unter anderem soll eine neue Verifizierungsmethode entwickelt werden, um das energieintensive Verfahren, durch das die Validität von in Blockchains sichergestellt wird, zu optimieren. Buterin selbst ist bei diesem Thema und allen anderen Entwicklungen für Ethereum 2.0 eine zentrale Figur. Sollten diese Herausforderungen allerdings auch durch die Community gemeistert werden, dürfte dies ein wiederum ein starkes Zeichen für die Zukunft der Kryptowährung sein.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Buterin habe das Bitcoin Magazine im Jahr 2001 mitbegründet. Richtig ist das Jahr 2011. Wir haben es entsprechend korrigiert.