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Es ist offiziell: Elon Musk will Börsen-Rückzug von Tesla

WIRED Staff 07.08.2018 Lesezeit 3 Min

Zuerst war es nur ein Tweet, aus dem viele nicht ganz schlau wurden. Nun ist es offiziell: Wenn die Aktionäre zustimmen, will Tesla-Chef Elon Musk den Elektroauto-Hersteller von der Börse nehmen. Eine Fusion mit SpaceX, über die manche spekuliert hatten, soll es aber nicht geben.

Wieder einmal sorgte Elon Musk mit einem Tweet für Bewegung am Aktienmarkt. Kurz vor 19 Uhr deutscher Zeit twitterte er am Dienstag, dass er sich vorstellen könnte den Elektroautobauer von der Börse zu nehmen – zu einem Preis von 420 US-Dollar sollten die Aktien zurückgekauft werden, was deutlich über dem aktuellen Kurs der Papiere liegt. „Die Finanzierung ist gesichert“, schrieb Musk. Nach dem mysteriösen Tweet schnellte der Kurs der Tesla-Aktien sofort nach oben. Zwischenzeitlich wurde der Handel mit den Wertpapieren sogar ausgesetzt, da zu viel Unsicherheit herrschte.

Denn zunächst war vielen gar nicht klar, ob Musk es ernst meinte. Besonders auf Twitter zweifelten einige daran – auch wegen des vorgeschlagenen Aktienpreises von 420 US-Dollar. Die Zahl 420 ist in den USA nämlich ein Codewort für den Konsum von Cannabis. Könnte sich Elon Musk also nur einen Scherz erlaubt haben? Nein.

Mit weiteren Tweets stellte der Unternehmenschef, der selbst etwa 20 Prozent der Tesla-Aktien hält, nach und nach Gewissheit her. Er hoffe, dass die Investoren auch nach einem Rückzug von der Börse bei der Firma an Bord bleiben. Um das zu ermöglichen könne man einen speziellen Fonds schaffen. Die Aktionäre könnten dann entscheiden, ob sie für 420 US-Dollar pro Aktie verkaufen oder auch nach dem Börsenabgang Mitinhaber von Tesla bleiben, erklärte Musk in einem weiteren Tweet.

Musk schreibt einen Brief an Tesla-Mitarbeiter

Für endgültige Gewissheit sorgte schließlich die Veröffentlichung eines Briefs von Musk an die Tesla-Belegschaft auf der Webseite des Unternehmens. Darin bestätigte er nicht nur sein Vorhaben, Tesla wieder zu einem nicht-börsennotierten Unternehmen zu machen, sofern die Aktionäre diesem Schritt zustimmten. Er nannte auch die Gründe dafür.

Als börsennotiertes Unternehmen sei Tesla nicht nur den starken Schwankungen des Aktienkurses ausgesetzt. Die Pflicht, alle drei Monate neue Zahlen vorzulegen, könnte außerdem zu Entscheidungen führen, die für das nächste Quartal sinnvoll, auf lange Sicht aber schädlich für das Unternehmen seien. Außerdem rechnete Musk in dem Brief mit Investoren ab, die auf ein Scheitern von Tesla wetten. Vom Börsen-Rückzug erhofft er sich mehr Ruhe, damit sich Tesla auf seine langfristigen Ziele konzentrieren kann. Spekulationen über eine Verschmelzung von Tesla und seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX erteilte Musk eine klare Absage.

Schon vor dieser überraschenden Ankündigung waren Investoren übrigens in ziemlicher Aufregung – denn die Financial Times hatte berichtet, dass der Staatsfonds von Saudi-Arabien bei Tesla eingestiegen sei. Im Laufe des Jahres soll er demnach drei bis fünf Prozent der Aktien erworben haben, was einem Wert der Beteiligung von 1,7 bis 2,9 Milliarden Euro entspricht.