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Siri... Wir haben jetzt Viv für den Job

Elisabeth Oberndorfer 09.05.2016 Lesezeit 2 Min

Ein persönlicher Assistent, der auch komplexe Fragen blitzschnell und geduldig beantwortet, andere Apps miteinbezieht und Plattform unabhängig agiert: Auf der Discrupt Konferenz in New York ist Viv präsentiert worden. Die Botschaft: Siri ist Vergangenheit.

Wie Siri, nur um ein ganzes Stück intelligenter: So formulieren es die Gründer von Viv Labs, wenn sie über ihre Entwicklung sprechen. Hinter dem Startup stehen Dag Kittlaus und Adam Cheyer, die Erfinder von Siri. Apple übernahm die Technologie im Jahr 2010. Die Entwickler verabschiedeten sich vor einigen Jahren vom neuen Eigentümer, um an einem besseren persönlichen Assistenten zu arbeiten. 

In ihr Labor haben sich die Gründer ein Drittel des Siri-Teams von Apple geholt. Der größte Unterschied zum ersten virtuellen Assistenten für das Smartphone, den Kittlaus und Cheyer geschaffen haben: Viv soll ein offenes System sein, was eigentlich auch auch der ursprüngliche Plan bei Siri gewesen war. Während Apple die App aber geschlossen hält und auf die iOS-Umgebung beschränkt, soll Viv Apps von Drittanbietern integrieren. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch Amazon mit Alexa.

Im Gegensatz zu Siri soll Viv auch komplexere Anfragen verstehen und durchführen. Bei der Präsentation auf der Disrupt Konferenz von TechCrunch in New York führte CEO Dag Kittlaus Viv live vor und fragte etwa: „Hat es in Seattle vor drei Donnerstagen geregnet?“ Die Antwort kam prompt und differenziert. Ebenso wusste Viv binnen Sekunden, ob es „übermorgen nach 17 Uhr an der Golden Gate Bridge wärmer" sein wird “als 70 Grad Fahrenheit“.

Es gehe darum, einen Assistenten für alle Belange zu haben, so Kittlaus. Dieser solle „absolut nur für euch selbst“ personalisiert sein und alle Arten von Aktion und Interaktion miteinbeziehen. Das macht dann etwa eine Pizza-Bestellung einfach, weil der Assistent sofort Essgewohnheiten und Vorlieben einspeist. Viv funktioniert nicht als autonomes System, sondern hat eine Schnittstelle zu anderen Apps. Siri muss Websuchen durchführen, Viv greift direkt zu. 

Welche Technologie steckt dahinter? Sie heißt „dynamic program generation“, sagte Kittlaus in New York und kommentierte, das sei ein „Durchbruch in der Informatik“. Viv programmiert sich demnach in Echtzeit selbst. 

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Die Viv-Gründer bezeichnen Siri als „cleveren AI-Bot“. Was sie mit der Künstlichen Intelligenz, an der sie laut Eigenaussagen schon seit 2003 arbeiten, ursprünglich vorhatten, soll jetzt bei Viv verwirklicht werden. Das 26-köpfige Team sitzt in Palo Alto, 30 Millionen US-Dollar haben sich die Unternehmer schon vor dem offiziellen Start von Investoren geholt