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Elon Musk will mit Daimler an einem Elektro-Sprinter arbeiten

Michael Förtsch 20.11.2018 Lesezeit 3 Min

Vor einigen Wochen hatte Daimler den Vorstoß gewagt. Jetzt hat Elon Musk die Annäherung erwidert. Der Tesla-Chef könnte sich vorstellen, mit den Deutschen an einem elektrischen Sprinter zu arbeiten – eine Fahrzeugklasse, die Tesla bisher nicht im Blick hatte.

Nur wenige hatten vor zehn Jahren an den Erfolg von Tesla geglaubt. Vor allem mochte keiner der etablierten Autobauer groß mit dem Start-up zusammenarbeiten. Die Ausnahme war Daimler. Doch die Kooperation war nur kurz und entwickelte sich nach einigen Experimenten und Komponentengeschäften wenig weiter. Auch die Anteile, die die Mercedes-Benz-Mutter an Tesla gekauft hatte, hielt der deutsche Autokonzern nicht lange. Vor einigen Wochen hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche jedoch angedeutet, dass sich Daimler durchaus vorstellen könnte, wieder mit Tesla zu arbeiten. Elon Musk hat jetzt auf diese Annäherung geantwortet.

Auf Twitter schrieb der Tesla-Chef, dass er „vielleicht interessiert ist, mit Daimler/Mercedes an einem elektrischen Sprinter“ zu forschen. Denn der Sprinter sei ein „großartiger Van.“ Er würde sich mal dahingehend erkundigen. Dieser Tweet war auch als Antwort auf die eindringliche Nachfrage eines Twitter-Nutzers nach einem Tesla Van gedacht. Bereits des öfteren hatten Twitter-Nutzer und Tesla-Fans nachgebohrt, ob der E-Autobauer neben dem kommenden Semi und Pick-up nicht auch einen eigenen Lieferwagen produzieren wolle.

Bislang waren die Nachfragen nach einem Tesla Van von Elon Musk nicht adressiert worden. Wohl nicht nur, weil der E-Autobauer schon genug Projekte hat, die abgearbeitet werden müssen. Sondern wohl ebenso, da hier schon vergleichsweise große und internationale Konkurrenz herrscht. Unter anderem baut Nissan bereits den E-NV200, Renault den Kangoo ZE 33 und den Master ZE und das Post-Start-up Street Scooter seine Work-Modelle. Zudem will VW seine Nutzfahrzeuge im großen Stil elektrifizieren und auch eine Cargo-Fassung des ID Buzz bringen. Dazu kommen Start-ups wie Arrival und Chanje, die alleinig zur Konzeption und Konstruktion von E-Lieferfahrzeugen gegründet worden waren.

Damit würde Tesla hier der Vorsprung fehlen, den es bisher immer hatte. Dazu kämen einige Jahre an Planungs- und Bauzeit, in denen der Markt für elektrische Lieferwagen zusätzlich kompetitiver würde. Aber mit der Unterstützung von Mercedes-Benz ließe sich recht schnell eine elektrische Fassung des Sprinter realisieren und zur Marktreife bringen – dank bestehenden Erfahrungen, einer bewiesenen Karosseriekonstruktion und etablierten Marke. Eine Kooperation dürfte hier auch für Mercedes-Benz durchaus attraktiv sein. Denn zwar hat der deutsche Autobauer bereits den e-Vito, der aber deutlich kleiner als der Sprinter ist, bei den technischen Werten und zuvorderst bei einer Reichweite von maximal 189 Kilometern hinter der Konkurrenz zurückhängt. Hier weiß Tesla, wie mehr geht.