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Elon Musk fürchtet einen Killer-Drohnen-Schwarm und will uns mit Künstlichen Intelligenzen verschmelzen

Michael Förtsch 28.11.2018 Lesezeit 3 Min

Elon Musk ist bekannt für seine Kritik an der Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Die einzige Chance der Menschheit sei in Zukunft, mit den artifiziellen Denkapparaten zu verschmelzen. Aber auch schon aktuelle KI-Fähigkeiten hält der Tesla-Chef für gefährlich.

Der Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk hatte in der Vergangenheit mehrfach angeführt, dass er fürchtet, dass Künstliche Intelligenzen den Untergang der Menschheit bedeuten. Daher hatte er unter anderem die KI-Organisation OpenAI mitbegründet, die eine „sichere Entwicklung“ von Künstlicher Intelligenz sicherstellen will. Allerdings geht es Elon Musk nicht nur, wie er nun in einem Interview mit der HBO-Produktion Axios sagt, um Künstliche Intelligenzen vom Schlage eines Skynet wie aus der Terminator-Saga. Er glaubt auch, dass wir die Möglichkeiten und Gefahren von jetzt schon verfügbaren intelligenten Maschinen unterschätzen würden.

„Wir sind wie Kinder auf einem Spielplatz,“ sagt Elon Musk. „Du könntest für kleines Geld einen Schwarm von Attentäter-Drohnen bauen.“ Dafür brauche es, warnt der US-Milliardär, nur die Chips und Gesichtserkennungstechnologie, die bereits in vielen Smartphones steckt. Diese könnte mit kleinen Drohnen kombiniert werden. Schnalle man denen noch eine Explosivladung an, könnten sie in ein Haus geschickt werden und umherfliegen „bis sie die Person finden, die sie suchen, sie kollidieren und explodieren. Du könntest das jetzt schon tun.“ Daher wünscht er sich eine stärkere Beobachtung und Regulierung für Unternehmen, die an solchen Technologien arbeiten.

Elon Musk will Mensch-Maschinen

Aber Elon Musk fürchtet auch die Langzeitfolgen der Forschung an Künstlicher Intelligenz. Vor allem die kommende Entstehung einer KI vom Status einer General Intelligence – also ein dem Menschen vergleichbarer Verstand – sieht er mit Schrecken. Wobei einige Wissenschaftler und Experten diese schon in wenigen Dekaden und andere erst in über 150 Jahren für möglich halten. Wenn es soweit sei, so jedenfalls Musk, könnten diese künstlichen Denkapparate die Menschheit verdrängen – wie die Europäer einst die amerikanischen Ureinwohner. Um das zu verhindern will der Tesla-Chef, dass Menschen mit Künstlichen Intelligenzen interagieren – und beide dadurch eine stetige Kommunikation und gesunde Koexistenz erlernen.

Genau das sei auch, zumindest in gewisser Weise, das Ziel seines Start-ups Neuralink, das an einem Implantat als Hirn-Computer-Schnittstelle arbeitet – ein „Chip mit einigen kleinen Drähten“, wie Musk sagt. Das könne zunächst helfen, Schäden an Nerven zu überbrücken und Gelähmten die Kontrolle über ihren Körper zurückzugeben oder auch Demenz und Alzheimer bekämpfen. Weitergedacht würde es aber der „Demokratisierung der Intelligenz“ dienen. Denn jeder könne dadurch den eigenen Verstand über die Fähigkeiten einer KI, der Cloud und ihrer Daten- und Rechenressourcen erweitern. „Die Langzeithoffnung von Neuralink ist,“ so Musk, „die Symbiose mit einer Künstlichen Intelligenz zu erreichen.“ Nur auf diese Weise könne man sicherstellen, dass die Zukunft der Menschheit von den Menschen mitgestaltet wird.