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easyJet: 2030 sollen auf Kurzstrecken Elektroflugzeuge im Einsatz sein

Wolfgang Kerler 29.10.2018 Lesezeit 3 Min

Die britische Airline easyJet und das amerikanische Start-up Wright Electric wollen die Entwicklung von Hybrid- und Elektroflugzeugen vorantreiben. Im kommenden Jahr soll ein E-Prototyp mit neun Sitzen getestet werden. Bis 2030 sollen große Maschinen elektrisch fliegen. Als aussichtsreichste Strecke für einen ersten Einsatz sehen die Firmen dabei die Route Amsterdam-London.

Einen elektrischen Zweisitzer hat Wright Electric mit seinem Partner Axter Aerospace schon erfolgreich getestet. Inzwischen hat das US-Start-up außerdem ein Antriebssystem entwickelt, das ein Elektroflugzeug mit neun Sitzen in die Luft bringen soll. „Wir fangen jetzt damit an, die Triebwerke und den Elektromotor auf dem Prüfstand am Boden zu testen“, sagt Jeffrey Engler, der Chef von Wright Electric, im Gespräch mit WIRED. Irgendwann im nächsten Jahr sollen dann die ersten Testflüge folgen. „Den genauen Termin kennen wir noch nicht.“

Sobald der Neunsitzer erfolgreich fliegt, will Wright Electric einen 50-Sitzer in Angriff nehmen – und dann ein Flugzeug im easyJet-Format. Zu den Standardmaschinen der Airline gehören der A320 und der A320neo mit 186 Sitzen. Genau diese Größe strebt das Start-up an. Denn: „Unser Ziel ist es, für die bestehende Infrastruktur zu entwickeln“, sagt Engler. Ein Patent für einen Motor, der in größeren Fluggeräten zum Einsatz kommen soll, hat Wright Electric schon angemeldet.

Elektrische Transatlantikflüge dauern noch

Der Chef von easyJet, Johann Lundgren, nannte im WIRED-Interview auch schon eine konkrete Jahreszahl: „Wir wollen 2030 ein voll-elektrisches Flugzeug im Einsatz haben“, so Lundgren. „Klappt das nicht, wollen wir zumindest eine Hybridversion.“ Die Billigairline hat sich zum Ziel gesetzt, zu den ersten Anbietern zu gehören, die emissionsfreie Flüge anbieten. „Das Investment für Elektroflugzeuge unterscheidet sich nicht von den Forschungs- und Entwicklungsausgaben für frühere Modelle“, sagt Lundgren. „Aber es wird viel günstiger sein, sie fliegen zu lassen.“

Alle Strecken sollen 2030 aber noch nicht elektrisch geflogen werden. Bis dahin sollen auf kurzen Strecken, die bis zu einer Stunde dauern, E-Flugzeuge zum Einsatz kommen. Geeignet könnte die Verbindung Amsterdam-London sein. Für längere Strecken bis zu 1000 Kilometer könnten bis dahin zumindest Hybridmaschinen zur Verfügung stehen. Bis auch Langstreckenverbindungen, zum Beispiel von Europa in die USA, elektrisch angeboten werden können, dürfte es noch einige Jahre länger dauern.