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E-Scooter in den USA: Viele schwere Unfälle durch Boom der elektrischen Tretroller

WIRED Staff 10.09.2018 Lesezeit 3 Min

In diesem Sommer haben sich in den USA elektrische Tretroller, die man mieten kann, zu einem richtigen Trend entwickelt. Der hat nun allerdings auch die Krankenhäuser erreicht: Sie berichten von vielen Verletzungen durch Unfälle mit den E-Scootern, deren Nutzung bisher kaum reguliert ist. Die Betreiberfirmen wollen staatliche Vorschriften trotzdem lieber vermeiden.

Bird, Lime, Skip und andere Firmen, die elektrische Tretroller vermieten, breiten sich in den USA immer weiter aus. Vor allem in den Städten der Westküste haben sie ihre auch E-Scooter oder E-Floater genannten Mini-Fahrzeuge verteilt. Offenbar unterschätzen manche Nutzer jedoch die Verletzungsgefahr: Die Washington Post hat bei Recherchen in Krankenhäusern erfahren, dass es in diesem Sommer zu einer richtigen Welle an Verletzungen durch Unfälle mit E-Scootern kam. In einer großen Klinik in San Francisco, zum Beispiel, wurden demnach 10 Unfallopfer pro Woche behandelt. Andere Einrichtungen berichteten von ähnlich hohen Zahlen. Unfallambulanzen rechnen damit, dass es früher oder später auch zu ersten Todesfällen kommen wird.

Kritiker der Elektroroller sehen zwei Probleme: Zum einen sehen die Fahrzeuge zwar wir Spielzeug aus, erreichen aber durchaus hohe Geschwindigkeiten von um die 40 Kilometer pro Stunde. Sie bergen also das Verletzungspotential von anderen Kraftfahrtzeugen, ohne dabei genauso reguliert zu sein. Eine Helmpflicht wie bei Motorrädern gibt es in den USA derzeit nicht. Zum anderen ist der Zustand der von vielen unterschiedlichen Fahrern genutzten Leih-Roller oft nicht allzu gut. Werden die Geräte nicht ausreichend gewartet, könnten etwa die Bremsen versagen oder sich Teile lösen, ohne dass ein Nutzer dies vorher erahnen könnte.

Firmen brauchen konkrete Hinweise von Nutzern der E-Scooter

Sicherheit sei die oberste Priorität im noch jungen Gewerbe, sagten die Betreiberfirmen zur Washington Post: Bird, Lime und Skip verweisen auf Sicherheitshinweise in der App und auf den Rollern selbst. Allerdings benötigten die Firmen konkrete Hinweise von Nutzern, um Reparaturmaßnahmen einzuleiten. Außerdem räumen die Unternehmen ein, dass sie teils noch gar nicht wissen, wie sich die Fahrzeuge bei verschiedenen Wetterlagen über das Jahr hinweg verhalten. Die Nutzungsbedingungen der Scooter sprechen die Betreiber übrigens von Schadensersatzforderungen im Zusammenhang mit Unfällen frei.

In Deutschland ist das Fahren eines vollelektrischen Fahrzeugs, das mehr als Schrittgeschwindigkeit fahren kann, nur mit amtlicher Plakette erlaubt. Dennoch sind die ersten elektrischen Roller und Skateboards auf den Straßen zu sehen und die Politik will Regeln nachreichen.