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Donald Trump hat jetzt ein Anti-Google-Video veröffentlicht

Michael Förtsch 30.08.2018 Lesezeit 3 Min

Donald Trump kritisiert weiterhin Google, Facebook und Twitter. Mit einem Videoclip wollte er nun beweisen, dass ihn der Suchmaschinenkonzern boykottiert.

Der US-Präsident Donald Trump führt weiter Kritik an Facebook, Twitter und allem voran Google an. Nach seiner erstmaligen Äußerungen auf Twitter hat er nun gegenüber Journalisten bekräftigt, dass die Tech-Konzerne die konservativ eingestellten Medien und politischen Vertreter „sehr unfair“ behandeln. „Ich kann sagen, wenn Dinge verschieden sind“, sagt Trump. „Ich denke, das ist ein sehr ernstes Problem.“ Als sichtbares Beispiel hat Trump nun auf Twitter einen kurzen Videoclip veröffentlichen lassen, der zeigen soll, wie er von Google benachteiligt werde.

Der Clip erklärt, dass Google seit Jahren die Reden zur Lage der Nation von Barack Obama direkt mit einem kleinen Link unter dem Suchfeld auf der Google-Startseite beworben hat. Als Präsident Trump ins Weiße Haus einzog, habe der Konzern aber damit aufgehört. Eine Reihe von Screenshots soll das beweisen. Tatsächlich gibt es auf den Bildern im Video zu 2017 und 2018 keinen solchen Verweis zu sehen– in den Jahren davor aber schon.

Allerdings: Donald Trump hat 2017 überhaupt keine traditionelle State-of-the-Union-Rede gehalten, auf die Google hätte verweisen können. Er hatte lediglich ein Statement gegenüber dem Senat abgegeben, wie sie Google auch zuvor nicht beworben hat. Und am 30. Januar 2018, so hat Google nun gekontert, sei sehr wohl auf den Livestream der Präsidentenrede hingewiesen worden. Im Gegensatz zum Screenshot den das Trump-Video verbreitet, ist dieser Link in der Archiv-Fassungen des Internet Archive sehr wohl zu sehen. Dazu hat auch ein Pro-Trump-Reddit-Nutzer vor sieben Monaten einen Screenshot der Google-Startseite veröffentlicht, um die laufende Rede von Trump zu bewerben, wie Buzzfeed entdeckte.

Wo sind die Follower hin?

Donald Trump will jedoch noch andere angebliche Ungerechtigkeiten ausgemacht haben. „Ich kann euch sagen, ich habe da persönliche Erfahrungen“ sagt der US-Präsident. Er habe Massen an Followern auf Social-Media-Plattformen wie Twitter. Doch dann und wann würde er einfach große Mengen davon verlieren: „Du sagst dann: Wo sind sie hin? Sind sie verschwunden?“

Tatsächlich hatten konservative Politiker und rechtskonservative Persönlichkeiten und Medien in diesem Jahr teils schwere Einbrüche bei ihren Followern auf Twitter zu beklagen. Denn in diesem Jahr ist der Dienst mit neuen Plattformregeln hart gegen Social Bots und Fake Accounts vorgegangen. Bereits Anfang des Jahres verloren einzelne Trump-Unterstützer Hunderte bis Tausende vermeintliche Anhänger – was sie unter den Hashtags #TwitterPurge und#TwitterLockOut beklagten.

Im Juli hatte Twitter dann mehrere Millionen von Konten gelöscht, was erneut die Follower-Zahlen vieler Nutzer schrumpfen ließ. Bei der letzten Säuberung hat Donald Trump fast 400.000 Twitter-Follower eingebüßt. Allerdings handelte es sich hierbei eben vielfach um inaktive und falsche Konten oder oben ferngesteuerte Bots, die genutzt wurden, um Kampagnen zu unterstützen und Propaganda zu verbreiten.