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Dieser Robo-Zentaur kann Karate

WIRED Staff 30.07.2018 Lesezeit 2 Min

Italienische Forscher haben einen Roboter entwickelt, der auf vier Beinen rollt und seine humanoide Konkurrenz übertreffen soll. In Zukunft könnte er bei Rettungseinsätzen helfen. Aber auch Karate kann der mechanische Zentaur.

Centauro ist, passend zu seinem Namen, ähnlich gebaut wie einer der Pferdemenschen aus der griechischen Mythologie. Er hat vier Beine an einem zentralen Rumpf. An der Vorderseite thront der Torso mit zwei Armen und einem Kopf. Anders als die mythologischen Kreaturen hat er allerdings statt Hufen vier Räder, mit denen er sich fortbewegt.

Seine Schöpfer vom Centauro Project, das italienische Istituto Italiano di Tecnologia und ein Konsortium aus verschiedenen europäischen Firmen und Universitäten unter der Koordination der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wollen ihn zum Allrounder für Rettungsmissionen in Trümmerfeldern und Gefahrenzonen machen.

Bestens gerüstet

Centauros Eckdaten zeigen, dass der Roboter für den praktischen Einsatz zumindest physisch schon gut gerüstet ist. Er ist 1,5 Meter hoch, 93 Kilogramm schwer, und mit einer Batterielaufzeit von 2,5 Stunden dürfte der Roboter in vielen Einsatzgebieten funktionieren. Die Räder lassen ihn auf glattem Terrain schnell rollen. Bei Treppen, Ruinen und unebenem Gelände kann er die Beine heben und abnicken und hat dennoch stets einen stabilen Stand.

Ebenso ist er in der Lage, sich zu hocken, um beispielsweise Trümmer anzuheben oder Werkzeuge anzusetzen. Gleichsam ist er aber auch in der Lage, Türen zu öffnen, Schalter und Hebel zu bedienen oder auch einmal ein Holzbrett mit einem gezielten Handkantenschlag zu zerlegen, wenn es den Weg blockiert.

Der Nachfolger soll noch mehr können

Die Details der Steuerung des Centauro werde noch weiter entwickelt, damit der Mensch am Kontrollpult künftig nicht jedes Bein einzeln kontrollieren muss und komplexe Bewegungsabläufe teilautomatisiert ablaufen können. Denn selbstständig agieren soll Centauro auf absehbare Zeit erst einmal nicht.

Der aktuelle Centauro ist ein Prototyp und vielerlei Hinsicht noch ein Provisorium. Beispielsweise funktioniert seine Tiefenwahrnehmung noch über eine Kinect, eine Kameraleiste, die für die Xbox One entwickelt worden war. In der nächsten Generation solle er in vielen Feldern aufgewertet und verbessert werden. Unter anderem auch was die Tragkraft angeht. Er soll irgendwann Menschen aus Gefahrenzone tragen können. Durch ausgefeiltere taktile Fähigkeiten könnte er aber auch genutzt werden, um Bomben und Minen zu entschärfen.