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Diese neun Start-ups entwickeln Fleisch und Fisch im Labor

Gründerszene 03.11.2018 Lesezeit 3 Min

Noch kostet ein Burger, der im Reagenzglas hergestellt wurde, mehrere tausend Euro. Um die Entwicklung voranzutreiben, geben Investoren Millionen. Wir stellen neun Start-ups vor, die an Labor-Fleisch und -Fisch arbeiten.

Just: Das kalifornische Unternehmen Just ist 2011 unter dem Namen Hampton Creek gestartet. Die ursprüngliche Idee war, veganes Rührei zu entwickeln, dessen Geschmack und Konsistenz dem tierischen Produkt gleicht. Im Sommer 2017 gab Just dann bekannt, auch In-Vitro-Hühnchenfleisch herstellen zu wollen – aus den Zellen einer Feder. Noch bis Ende des Jahres sollen die Nuggets auf den Markt kommen.

Mosa Meat: Bis 2021 will das niederländische Startup Mosa Meat seine Patties aus künstlichem Rindfleisch zum Preis von 8,50 Euro in die Supermarktregale stellen. Den ersten Burger-Bratling hat Mosa Meat bereits 2013 produziert und war damit einer der Vorreiter für In-Vitro-Fleisch. In einer Runde im Sommer 2017 bekam das Spin-Off der Universität Maastricht eine Finanzierung in Höhe von 7,5 Millionen Euro, unter anderem vom deutschen Pharmakonzern Merck.

Finless Foods aus San Francisco will nicht Fleisch, sondern Fisch aus Stammzellen züchten. Im Oktober 2017 hat das Startup erstmals eine Fischfrikadelle im Labor herangezüchtet. Bis Ende 2019 soll das erste Produkt in den Handel gehen: Filets vom Blauflossen-Thunfisch, der vom Aussterben bedroht ist. Für sein Vorhaben hat das 2017 gegründete Startup insgesamt 3,5 Millionen Dollar Seed-Funding bekommen.

Meatable: Gleich zum Launch im Oktober 2018 hat das niederländische Unternehmen Meatable 3,5 Millionen Dollar bekommen, unter anderem von Atlantic Food Labs und Blueyard. Das Team will seine ersten Produkte ebenfalls bis 2021 vorstellen, darunter Burgerpatties und Würstchen aus künstlichem Rindfleisch sowie künstlich gezüchtetes Hühnchen- und Schweinefleisch. Drei Wochen soll es dauern, bis eine einzige Stammzelle von einem Tier zu einem Stück Fleisch heranwächst.

Memphis Meats: Das Silicon-Valley-Unternehmen Memphis Meats hat sich ebenfalls vorgenommen, seine In-Vitro-Burger bis 2021 in den Handel zu bringen. Zahlreiche Promi-Investoren wie Bill Gates und Richard Branson glauben an das Produkt aus der Retorte und haben bisher insgesamt rund 20 Millionen Dollar in das Startup gesteckt. 2016 hat Memphis Meats bereits sein erstes gezüchtetes Fleischbällchen vorgestellt, ein Jahr später ein Hühnchenfilet.

Wild Earth: Skurril, aber mit Millionen finanziert: Tierfutter, das aus Mäusezellen gezüchtet wird. Das kalifornische Biotech-Startup Wild Earth verkauft seit Ende 2017 Hundefutter, das aus dem Koji-Schimmelpilz produziert wird. Das In-Vitro-Fleisch ist das neueste Projekt des Startups, an das auch Starinvestor Peter Thiel glaubt.

Supermeat: Das israelische Jungunternehmen Supermeat versucht seit 2015, Hühnchenfleisch im Reagenzglas herzustellen. Einer der Gesellschafter, der das Startup unterstützt, ist der Geflügelzüchter Wiesenhof. Anfang 2018 hat sich der Konzern an einer Finanzierungrunde über drei Millionen Dollar beteiligt. Supermeat hofft, sein Kunstfleisch bis 2021 auf den Markt bringen zu können.

Wild Type: Das kalifornische Startup Wild Type hat Anfang 2018 etwa 3,5 Millionen Dollar eingesammelt. Das Unternehmen arbeitet seit 2016 daran, Lachs für Sushi zu züchten. Sollte das gelingen, will Wilde Type auch Räucherlachs, Lachsfilet und andere tierische Produkte imitieren.

Integriculture: Foie Gras ist eine französische Delikatesse, die Produktion ist in vielen Ländern aus tierschutzrechtlichen Gründen allerdings verboten. Das japanische Unternehmen Integriculture hat dafür eine Lösung gefunden: Entenstopfleber aus dem Labor. 2017 hat das Startup aus Tokio sein erstes Produkt vorgestellt. In den 2020ern soll die Foie Gras marktreif sein. Dafür hat Integriculture im Sommer 2017 rund 2,7 Millionen Dollar erhalten.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Gründerszene
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