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Elon Musk hat sich entschuldigt – irgendwie

Michael Förtsch 18.07.2018 Lesezeit 4 Min

Der Tesla-Chef Elon Musk hat sich auf Twitter zuletzt einige grenzwertige Ausfälle geleistet. Er hatte einen Höhlenforscher als pädophil bezeichnet. Dadurch könnte er Investoren vergraulen und von Twitter gesperrt werden.

Zwölf Jugendfußballer und ihr Trainer waren in einer Höhle in Thailand gefangen. Da wollte Elon Musk helfen und ließ seine SpaceX-Ingenieure ein Mini-U-Boot zusammenbauen. Als der Milliardär es höchstpersönlich vorbei brachte, wurde es aber nicht gebraucht. Der britische Höhlenforscher Vernon Unsworth, der bei der Mission unterstützte, kritisierte Elon Musks Angebot im Nachgang als „PR Stunt.“ Er könne sich „sein U-Boot dahin schieben, wo es weh tut“; es habe „keine Chance gehabt, zu funktionieren“, da es nicht um die Kurven und Engstellen herumgekommen wäre. Darauf reagierte Elon Musk dünnhäutig und auf irritierende Art und Weise.

Elon Musk verstrickte sich in eine harsche Twitter-Diskussion mit der Soziologin und New-York-Times-Autorin Zeynep Tüfekçi, die einen kritischen Kommentar verfasst hatte. Der SpaceX-Gründer und Tesla-Chef kündigte in beleidigtem Ton – so gut sich das nun mal aus Twitter herauslesen lässt – an, dass er zeigen wolle, wie sein Mini-U-Boot „null problemo“ durch die Höhle schwimmt und bezeichnete Vernon Unsworth als pädophil – „pedo guy“ – und legte mit „ich wette einen Dollar, dass es wahr ist“ nach. Mittlerweile hat Musk diese Tweets gelöscht.

Der Tesla-Chef könnte Probleme mit Investoren und Twitter bekommen

Die Twitter-Tirade könnte für Musk noch ein Nachspiel haben. Vernon Unsworth sagte nun gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass er überlege, rechtlich gegen die Beschimpfungen und Vorwürfe vorzugehen. Die Angelegenheit sei für ihn „noch nicht erledigt.“ Wie seine Schritte aussehen werden, werde er entscheiden, wenn er wieder in Großbritannien sei.

Aber nicht nur für Musk als Person könnten sich seine Äußerungen auswirken. Denn der Milliardär ist das Aushängeschild von Tesla und SpaceX. Deren Investoren hatten erst kürzlich gefordert, er solle sich mehr auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren. Vor allem bei Tesla ist sein Rückhalt aufgrund der Monate andauernden Produktionsprobleme immer noch geschwächt. Mit seinen Ausfällen könnte er das Image des E-Autobauers schädigen – und sowohl Käufer als auch Investoren vergräzen. James Anderson von Baillie Gifford, einem der größten Investoren von Tesla, hatte bereits angedeutet, „seine Gefühle der Firma [Tesla]“ mitzuteilen.

Selbst mit Twitter könnte Elon Musk möglicherweise Probleme bekommen. Denn, wie mehrere Nutzer anmerkten, wären einige von Musks hastigen Tweets definitiv beleidigend und würden dadurch gegen die Twitter-Richtlinien verstoßen. Twitter hatte gegenüber Techcrunch erklärt, das etwas unternommen würde, wenn Verstöße festgestellt werden könnten. Als Reaktion auf die Kritik hat Elon Musk bereits versprochen, zukünftig weniger stark auf Social Media aktiv zu sein.

Sein Fehler

Update vom 18.01.2018: Mittlerweile hat sich Elon Musk entschuldigt – oder zumindest erklärt. Auf Twitter schrieb der Milliardär, er sei ärgerlich gewesen, da „Mr. Unsworth mehrere unwahre Dinge“ über das Mini-U-Boot verbreitet habe, das „entsprechend den Spezifikationen des Teamleiters der Taucher“ gebaut worden wäre. Dennoch, schreibt Musk weiter, seien seine eigenen Worte und Taten dadurch nicht zu rechtfertigen. „Ich entschuldige mich gegenüber Mr. Unsworth und den Firmen, die ich als Leiter repräsentiere. Es war mein Fehler, meiner alleine.“