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Virgin Hyperloop One will 2019 eine 150-Kilometer-Röhre in Indien bauen

Michael Förtsch 10.10.2018 Lesezeit 3 Min

Das Start-up Virgin Hyperloop One will kurz davor sein, seine erste Strecke in Indien aufzubauen. Die soll Mumbai mit Pune verbinden. Kosten soll eine Fahrt nicht mehr als ein Ticket für einen Schnellzug.

Erst im Dezember letzten Jahres hat Virgin Hyperloop One mit einer Prototypenkapsel auf seiner Teststrecke Devloop in Nevada eine Geschwindigkeit von 387 Kilometern pro Stunde erreicht. Möglich werden sollen Spitzengeschwindigkeiten von über 1.000 Kilometern pro Stunde. Laut dem britischen Milliardär Richard Branson, der sich 2017 mit einer Millionen-Investition in das Start-up eingekauft hat, wäre das Unternehmen „sehr nah dran“, die bisherigen Prototypen in ein reales Verkehrsmittel zu übersetzten.

Die erste Strecke soll in Indien aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Die Regierung habe bereits die Genehmigung für eine rund 150 Kilometer lange Trasse von Mumbai nach Pune erteilt, die über weite Strecken direkt neben dem Mumbai Pune Expressway verlaufen soll. „Wir werden mit dem Bau im nächsten Jahr beginnen“, sagt Branson gerade auf einer Konferenz in Singapur. Eine Fahrt die mit dem Auto sonst zwischen drei bis fünf Stunden dauert, könne dann in einer halben Stunde bewältigt werden.

Gewagte Vorgabe

Derzeit sei Virgin Hyperloop One auch bereits in Gesprächen mit Dubai und Saudi-Arabien und plane weltweit weitere Strecken nach Vorbild des für Indien angedachten Flagschiffsystems. „Mit Saudi-Arabien verhandeln wir über einen Hyperloop quer durch die Wüste“, so Branson. „Ich denke, es ist ein Geschäft, das eine fantastische Zukunft hat.“ Trotz der möglichen Zeitersparnis solle eine Fahrt in einem Hyperloop durchaus erschwinglich sein. „Es wird nicht mehr kosten als ein Ticket für einen Schnellzug“, schätzt Branson. „Und eventuell können wir den Preis sogar noch weiter drücken.“

Wie zuverlässig die Terminvorgabe von Richard Branson ist, muss sich erst noch zeigen. Der Milliardär wollte nämlich auch mit seinem Weltraumunternehmen Virgin Galactic bereits Ende 2014 erste Touristen an die Grenze zum All fliegen – aber musste diesen Termin immer wieder um mehrere Monate verschieben. Im Juli dieses Jahres hatte der Milliardär dann angekündigt, ein Flug mit ihm an Bord würde noch vor dem Jahreswechsel stattfinden. Diese Ansage hatte er gerade erst wieder relativiert. Ein erster Testflug über die Atmosphäre hinaus sei in wenigen Wochen möglich. „Und dann werden wir in Monaten – nein, nicht Jahren – mit mir [an Bord] im All sein“, so Branson.