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Die Telekom richtet Ladesäulen für Elektroautos ein

Ben Hartlmaier, WIRED Staff 06.11.2018 Lesezeit 2 Min

Gestern hat die Telekom mit dem Betrieb eigener Ladestationen für Elektroautos begonnen. Der Konzern nutzt dafür bereits vorhandene Infrastruktur, indem er seine Verteilerkästen für diesen Zweck aufrüstet. Zusätzlich sollen auch eigene Schnellladestationen entstehen.

Die ersten öffentlichen Ladestationen der Telekom wurden am Montag in Bonn und Darmstadt in Betrieb genommen. Damit beginnt das Unternehmen den Aufbau eines bundesweiten Netzes mit öffentlichen Ladestellen für Elektroautos. Für schwächere Standard-Ladesäulen – sogenannte „Destinationsladestellen“ – will die Telekom ihre grauen Kabelverzweiger aufrüsten, die normalerweise für Internet- und Telefonleitungen genutzt werden. Zusätzlich soll ein Netz aus Schnellladesäulen aufgebaut werden. Die erste davon ging an der Bonner Firmenzentrale ans Netz.

An den grauen Kästen können pro Ladestelle zwei Fahrzeuge über einen Ladestecker Typ 2 mit jeweils 11 Kilowatt versorgt werden. So sollen Elektrofahrzeuge je nach Typ in einer Stunde Strom für eine Reichweite von 50 bis 75 Kilometern laden können. Deutlich flotter soll es an den Schnelladesäulen gehen, die E-Autos mit bis zu 150 Kilowatt versorgen: Hier reichen zehn Minuten für rund 100 Kilometer zusätzliche Reichweite. Zum Vergleich: Die derzeit stärksten Tesla-Supercharger liefern 145 Kilowatt.

Bezahlung nach den Flatrate-Prinzip

Laut einer Mitteilung der Telekom ist in den nächsten drei Monaten der Bau von etwa 100 Schnellladestationen vorgesehen, die in den nächsten drei Jahren auf rund 500 Stück ausgeweitet werden sollen. Wie viele Kabelverzweiger künftig zu Ladestationen aufgerüstet werden ist bislang unklar, da diese im Einzelnen von den jeweiligen Kommunen genehmigt werden müssen.

Etwas ungewöhnlich ist die Bezahlung an den Telekom-Ladestationen: Wie eine Unternehmenssprecherin gegenüber WIRED mitteilte, soll nicht etwa pro Kilowattstunde, sondern pro Ladesitzung abgerechnet werden. Ein Ladevorgang an einer langsamen Standard-Ladestelle kostet 7,89 Euro, an einer Schnellladestation werden 14,49 Euro fällig. Die Preise gelten nach dem Flatrate-Prinzip unabhängig von der Dauer des Ladevorgangs.

Für die Bezahlung gibt es zwei Möglichkeiten: Bereits registrierte Kunden können über Ladekarten der „gängigen Anbieter“ bezahlen, wie WIRED von der Telekom erfuhr, Spontan-Kunden können ihre Rechnung auch alternativ per Kreditkarte oder PayPal begleichen. Zudem bereite die Telekom die Einführung einer eigenen Ladekarte vor.