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Die PARTEI kapert Facebook-Gruppen der AfD

WIRED Staff 04.09.2017 Lesezeit 2 Min

In einer lange geplanten Guerilla-Aktion haben Mitglieder der Satirepartei Die PARTEI 31 bislang private Facebook-Gruppen der AfD übernommen und öffentlich gemacht. Die Aktion, an der unter anderem Shahak Shapira beteiligt war, dürfte die Stimmung in der rechtspopulistischen Partei langfristig ändern.

Als Machtübernahme bezeichnet Shahak Shapira in einem Erklärvideo den großen Schlag gegen die Social-Media-Strukturen der AfD. Die 31 Gruppen wurden von einem einzelnen AfD-Mitglied mit der Hilfe eines Netzwerks von Bots erschaffen. Da die Bots immer Gefahr liefen, gelöscht zu werden, wurden aber in den Gruppen wie Mein Vaterland oder Dr. Frauke Petry-FanCLUB auch menschliche Moderatoren freigeschaltet. Genau da hätten die Aktivisten der PARTEI angesetzt, berichtet unter anderem die Welt.

Elf Monate lang haben Shapira und sein Team die Gruppen infiltriert und sich zu Moderatoren machen lassen. Am Sonntag war es dann soweit: Die restlichen Moderatoren wurden rausgeschmissen und die Gruppen öffentlich gemacht. Das Bekennervideo wurde dann in allen Gruppen geteilt. Es endet mit einem Aufruf an die AfD-Mitglieder, Die PARTEI zu wählen. Die Gruppen wurden inzwischen umbenannt, etwa von Heimat-Liebe zu Hummus-Liebe.

Es gibt die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz und basisdemokratische Initiative als aktive Parodie auf die Politik bereits seit 2004. Seit Gründung der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland im Jahr 2013 ist diese allerdings in der Bundes- und Lokalpolitik das primäre Ziel des Spotts für die Mitglieder der PARTEI geworden.

Die Rechtspopulisten kamen etwa auf Facebook auf mehr Fans als CDU (ohne CSU) und SPD zusammen. Dennoch ging es zuletzt auf dem Sozialen Netzwerk ein wenig bergab.

Die mediale Guerilla-Taktik der Partei dürfte eigene potenzielle Wähler erfreuen, belustigen und mobilisieren. Gleichzeitig positionieren sich die Satiriker damit weiter klar gegen die AfD und zeigen, dass ihre Satire alles andere als nihilistisch ist. Bei der AfD und ihren Anhängern dürfte die Stimmung künftig weitaus paranoider werden. Ob aber auch nur ein einziger Wähler der AfD dadurch bei der Bundestagswahl sein Kreuzchen anderswo macht, bleibt zweifelhaft.