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Die Google-KI kann den Tod von Menschen vorhersagen

WIRED Staff 19.06.2018 Lesezeit 2 Min

Googles Künstliche Intelligenz soll nicht nur voraussagen können, wie lange ein Patient im Krankenhaus bleiben muss. Sie soll sogar den Todeszeitpunkt eines Menschen berechnen können - und dabei helfen, Leben zu retten.

Das neuronale Netzwerk wurde zuvor mit Unmengen an Patientendaten gefüttert. Die KI erhielt nicht nur Vitaldaten, sondern auch die medizinische Vorgeschichte des Patienten. Sogar handschriftliche Notizen, Kommentare oder Zeichnungen von Ärzten wurden verwendet. Der Algorithmus ordnete sämtliche Informationen chronologisch an und erstellte auf dieser Basis Prognosen für die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Krankheiten, die Dauer des Krankenhausaufenthaltes - und sagte den vermutlichen Todeszeitpunkt vorher. Die Google-KI wurde mit Daten von zwei Krankenhäusern bei einem Testlauf auf die Probe gestellt, die Ergebnisse fielen vielversprechend aus. Sie wurden nun in einem Bericht von Nature Research veröffentlicht.

Die KI-Berechnungen könnten vor allem für Krankenhäuser praktisch sein. Nicht nur, dass die Patientendaten nicht mehr manuell erfasst und ausgewertet werden müssten, auch bei der Behandlung von Patienten wären die Prognosen von Vorteil. Mit ihrer Hilfe könnten Ärzte ihre Patienten gezielter behandeln und sich auf wahrscheinlich auftretende Notfälle besser vorbereiten. Dadurch könnten sogar Menschenleben gerettet werden können.

Künstliche Intelligenz hält in Gesundheitswesen Einzug

Künstliche Intelligenz wird bereits in einigen anderen Gebieten der Gesundheitsversorgung eingesetzt. Algorithmen haben zuletzt bei der Erkennung von Lungenkrebs bereits bessere Ergebnisse erzielt als Menschen, wie Futurism berichtet. Andere Forscher haben KI-Systeme genutzt, um anhand von Bildmaterial zu erkennen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Augen-Erkrankungen ist. Bei den Versuchen mit der Google-AI handelt es sich jedoch um ein wesentlich umfassenderes Experiment, da hierbei Zugriff auf eine große Menge an persönlichen Daten besteht.

Die medizinischen Daten sind aktuell zwar vorhanden, aber meist nur für die jeweiligen Krankenkassen oder eventuell für die zuständigen Behörden. Es ist zwar für akkurate Prognosen praktischer, diese gesammelt in einem System zu haben – der Gedanke, dass alle Daten allerdings bei einem großen Privat-Unternehmen wie Google liegen, dürfte für viele allerdings ziemlich beunruhigend sein.