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Die EU will 20 Gigafactories für Europa und die beste Batterie der Welt

WIRED Staff 09.10.2018 Lesezeit 3 Min

Eine europäische Batterie-Offensive soll die Abhängigkeit der lokalen Industrie von Zellen aus Asien und den USA brechen. EU-Energiekommissar Maroš Šefčovič hat dabei hohe Ziele gesetzt, die von einer Batterieallianz gestemmt werden sollen.

Auch deutsche Autobauer haben sich mittlerweile zur Aufgabe gemacht, in Zukunft statt Benzin- und Dieselfahrzeugen saubere Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen. Die Batterien für diese werden vornehmlich aus US-amerikanischer und chinesischer Produktion kommen. Ein Plan des EU-Energiekommissar Maroš Šefčovič soll jedoch bald auch die EU zur Batterie- und Akku-Macht machen. Der Markt für Energiespeicher werde nämlich künftig 250 Milliarden Euro schwer werden. Das dürfe man nicht ausländischen Unternehmen wie Panasonic, CATL, LG oder Samsung überlassen.

Dem Politiker zufolge sollen in den kommenden Jahren auf EU-Gebiet 20 Batteriefabriken nachdem Vorbild der Gigafactory 1 von Tesla entstehen. Dort sollen dann Batteriezellen und Batteriepacks gefertigt werden, die in E-Fahrzeuge, Powerwalls und professionelle Speicherlösungen für Stromerzeuger genutzt werden. Eine vor einem Jahr gegründete EU-Batterie-Allianz soll eben diese Aufgabe bewältigen. Der haben sich mittlerweile über 250 Firmen angeschlossen. Es sei „Airbus-Projekt für Batterien.“ Denn auch der Flugzeugbauer ging einst aus einer Arbeitsgemeinschaft hervor.

Gezielte Förderung

Wie Der Standard schreibt, will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die Fertigung von Batterien für elektrische Autos in Deutschland mit staatlicher Beihilfe anschieben. Das ist allerdings nur bei Vorhaben von gesamteuropäischem Interesse möglich und laut Šefčovič sind Batterien genau das – das schwedische Start-up Northvolt wird bereits auf diese Art gefördert.

Neue Technologien in Sachen Energiespeicher werden in Europa entwickelt, sind aber sehr teuer. Das könnte sich aber mit der Skalierung ändern, wenn nach der durch die EU gestützten Anfangsphase die Großproduktion läuft. Ziel der 20 angedachten Gigafactories ist daher laut Šefčovič die Herstellung der besten Batterien der Welt: „Wenn wir in Europa auch in Zukunft die besten Autos der Welt produzieren wollen, müssen wir auch die besten wiederverwendbaren Batterien herstellen.“

Die EU-Kommission arbeitet zudem an Standards für die Rückspeisung von Strom ins Netz per Vehicle-to-Grid-Technologie. Damit würde das Batterieprojekt auch die Effizienz erneuerbarer Energien steigern, da geparkte E-Autos und heimische Powerwalls zum Teil der Netzinfrastruktur würden.