/Mobility

Die Deutsche Bahn macht beim niederländischen Hyperloop mit

Michael Förtsch 06.09.2018 Lesezeit 3 Min

Das niederländische Start-up Hardt Global Mobility will einen europäischen Hyperloop realisieren. Dabei wird das Unternehmen nun auch von der Deutschen Bahn und dem Automobilzulieferer Continental unterstützt. Ebenso hat die EU-Forschungsgemeinschaft InnoEnergy fünf Millionen Euro in das Mobilitätsunternehmen investiert.

Es sind vor allem Hyperloop Transportation Technologies und Virgin Hyperloop One, die derzeit die Entwicklung der Überschall-Vakuum-Röhrenzüge vorantreiben. Aber sie sind bei weitem nicht die einzigen. Denn auch in Europa arbeitet mit Hardt Hyperloop ein Start-up daran, das von Elon Musk populär gemachte Mobilitätskonzept zu verwirklichen – und bekommt dabei nun finanzielle und regulatorische Rückendeckung. Die kommt auch aus Deutschland.

Fünf Millionen Euro hat die Forschungsgemeinschaft InnoEnergy, die zum Europäischen Institut für Innovation und Technologie gehört, in Hardt Hyperloop investiert, die in das dazugehörige Hyperloop Konsortium fließen sollen. Dem haben sich gleichzeitig einige interessante Partner angeschlossen: Nämlich das Energieforschungsunternehmen ENGIE Laborelec, der deutsche Automobilzulieferer Continental und auch die DB-Engineering-&-Consulting-Abteilung der Deutschen Bahn.

Gemeinsam geht es schneller

Vor zwei Jahren hatte das ehemalige Delft-Hyperloop-Team der Technischen Universität Delft, das bei der ersten Pod Competition von SpaceX angetreten war, Hardt Hyperloop – offiziell Hardt Global Mobility – gegründet, um ein europäisches Hyperloop-System zu konstruieren. Erst im April dieses Jahres hatte das Unternehmen dann auch gemeinsam mit dem Bauunternehmen Royal BAM Group, dem Montagegiganten Tata Steel und dem Windkraft-, Ölbohr- und Automatisierungsunternehmen Royal IHC das angeschlossene Hyperloop Konsortium gestartet.

„Das Konsortium ist eine Bewegung von Industriepartner, die den Hyperloop realisieren wollen“, sagt Hardt-Chef Tim Houter. Vor allem gehe es darum, zukünftig essentielle EU-weite technische Standards festzulegen und Technologien zu regulieren – womit das Konsortium durchaus großen Einfluss haben und die Umsetzung des Hyperloop beschleunigen könnte.

Zunächst hatte die Bahn keine Lust

Dass die Deutsche Bahn sich Hardt Hyperloop anschließt, ist durchaus ein interessantes Signal. Denn zwischenzeitlich hatte sich DB Engineering & Consulting auch mit Virgin Hyperloop One verpartnert. Dabei war das Unternehmen bis vor drei Jahren der Technologie gegenüber kritisch und ablehnend. „Das funktioniert doch nie“, hatte es vom DB-Vorstand geheißen. Ein offizielles Statement der Deutschen Bahn zur Partnerschaft gibt es bisher noch nicht. Allerdings sagte Houter, dass man von den neuen Partnern „begeistert“ sei, da in der aktuellen Phase eine Kollaboration unabdingbar wäre.

Derzeit plant Hardt Hyperloop eine Versuchsanlage samt Teststecke für seine Hyperloop-Technologie. Die könnte in Flevoland entstehen. Bei seinen Plänen wird das Start-up sowohl von der niederländischen Regierung als auch der Bahngesellschaft Nederlandse Spoorwegen unterstützt. Sollte die sich dort beweisen, wäre eine 50 Kilometer lange Pilotstrecke möglich, die schon Güter und auch Menschen transportieren könnte. Allerdings fehlt Hardt derzeit die umfassende Finanzierung, die beispielsweise Hyperloop One genießt, das seit einem 85-Millionen-US-Dollar-Investment Ende 2017 zu Richard Bransons Virgin-Imperium gehört.