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Der Krypto-Crash ist jetzt schlimmer als der Dotcom-Crash

WIRED Staff 14.09.2018 Lesezeit 2 Min

Der Wert von unzähligen Kryptowährungen sinkt immer weiter ab. Zahlreiche der Digitaldevisen haben über 80 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Der Gesamtmarkt ist mittlerweile stärker abgestürzt als NASDAQ nach dem Platzen der Internetblase.

Wer Ende des letzten Jahres kräftig in Kryptowährungen investiert hat, der dürfte bei einem Blick auf den derzeitigen Kurs oder sein Konto bei einem Exchange wenig erfreut sein. Denn die Werte sowohl von Bitcoin als auch Ether, Litecoin und zahlreichen weiteren Altcoins taumeln weiter in die Tiefe. Nach einer Messung von MV Index Solutions, einem Unternehmen das die Wertentwicklung von Kohle, Öl bis hin zu Nationalstaaten erfasst, haben die zehn größten Kryptowährungen seit Januar mittlerweile 80 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Das sei nicht nur ein äußerst beachtlicher, sondern gar historischer Absturz.

Die Verluste bei Kryptowährungen seien damit mittlerweile größer als jene des NASDAQ-Index beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Als Unternehmen wie Pets.com, WorldCom, Boo.com, Letsbuyit.com und Global Crossing abstürzten, hat der NASDAQ von seinem Höchststand aus ganze 78 Prozent verloren – und Investoren Milliarden gekostet. Vom derzeitigen Sinkflug sind, wie Bloomberg Quint feststellt, zuvorderst die Besitzer von Altcoins betroffen. Alleine Ether und Ripple sind seit ihrem Allzeithochs über 85 und 92 Prozent abgesunken. Ganz ähnlich geht es IOTA, Dash, NEO und NEM. Bitcoin hat hingegen vergleichsweise erträgliche 67 Prozent eingebüßt – ebenso wie interessanterweise die Satire-Währung DogeCoin.

Wird nur Bitcoin überleben?

Der Gesamtwert aller Kryptowährungen ist laut CoinMarketCap zudem zwischenzeitlich auf 187 Milliarden US-Dollar gesunken, den niedrigsten Wert seit zehn Monaten. Das sind mehr als 640 Milliarden US-Dollar weniger als beim Markt-Peak im Januar. Viele Krypto-Enthusiasten argumentieren, dass sich zumindest Bitcoin schon von ähnlichen Rückschritten erholt hat und die Dotcom-Blase nach zehn Jahren auch nur als Kinderkrankheit der Internetwirtschaft in Erinnerung bleibe.

Ebenso sei zu beachten, dass die unglaubliche Wertsteigerung gen Ende 2017 auch auf eine gezielte Manipulation zurückzuführen sei. Analysten wie Neil Wilson gehen hingegen davon aus, dass der Wertverfall ein Zeichen ist, dass zahlreiche Kryptowährungen eingehen und wertlos werden dürften – es finde eine Art Konsolidierung statt. Am Ende würde es nur wenige oder gar nur einen Gewinner geben – höchstwahrscheinlich Bitcoin.