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In Frisco fahren nun autonome Taxis

Michael Förtsch 31.07.2018 Lesezeit 3 Min

Das Start-up Drive.ai lässt seine Technologie auf die Menschheit los. Im texanischen Frisco bietet es nämlich nun auf öffentlichen Straßen einen autonomen Taxi-Dienst an. Es ist ein Probebetrieb, der zunächst ein halbes Jahr dauern soll.

Es ist gerade einmal ein Drei-Kilometer-Radius in dem die Wagen des Start-up Drive.ai unterwegs sind. Nämlich zwischen den Hall-Park-Büros und dem berühmten Station The Star in der 170.000-Einwohner-Stadt Frisco surren die vier Nissan NV200 umher. Dabei sollen derzeit noch Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer der orangen Kleintransporter sitzen. Später sollen diese auf dem Beifahrersitz mitfahren – um in Notfällen noch eingreifen zu können. Sollten diese beiden Phasen ohne besondere Ereignisse ablaufen, würden die Wagen letztlich ganz ohne menschlich Aufsicht unterwegs sein. Lediglich aus der Ferne sollen die Fahrten noch überwacht und aufgezeichnet werden.

Bereits im Mai hatte Drive.ai den auf sechs Monate angesetzten Probelauf für seine autonomen Fahrzeuge angekündigt. Im Vorlauf sollen über mehrere Monate hinweg Daten über die kurze Route gesammelt worden und unzählige simulierte Testfahrten durchgeführt worden sein. „Simulationen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Selbstfahransatzes, da die Durchführung umfassender Simulationen die Fähigkeit unserer Fahrzeuge verbessert, eine größere Vielfalt von Fahrszenarien vorauszusehen und zu bewältigen — alltägliche und weniger alltägliche“, heißt es in einem Blogbeitrag zum Testlauf.

Wer daran teilnehmen will, der kann sich einen Wagen zu einem der gesetzten Pick-up-Standorte bestellen und an einem weiteren festen Halteplatz absetzen lassen. Die Testfahrten werden vollkommen kostenfrei sein. Insgesamt 10.000 Menschen hofft Drive.ai in den kommenden Monaten zu befördern – auch um, wie das Start-up sagt, „das Verständnis für und das Vertrauen in die selbstfahrende Technologie“ zu steigern. Denn das ist nach dem tödlichen Unfall von UBER verständlicherweise angekratzt. Daher arbeitet Drive.ai auch mit der Stadt selbst und einigen lokalen Partnern zusammen.

Was der Wagen sieht

Im Wagen sollen sich die Passagiere auf einem Monitor anschauen können, wie das System seine Umgebung wahrnimmt. Sie sollen die Bilder der einzelnen Kameras, die aus Punkten bestehenden 3D-Raster des Lidar und die geplante Route sehen. Das soll ihnen ein Gefühl der Sicherheit und Berechenbarkeit geben. Andere Verkehrsteilnehmer und vor allem Passanten sollen über außen an den Wagen angebrachten LED-Panelen informiert werden, wann sie sicher über die Straße gehen können oder ob der Wagen gerade parkt, weil er auf einen Passagier wartet.

Das in Mountain View ansässige Drive.ai gehört mit zu den aussichtsreichen Selbstfahrfahrzeug-Start-ups. Es war 2015 Jahren von Forschern und Studierenden des Artificial Intelligence Lab der Stanford University gegründet worden. Das Team hatte an der Universität für die US-Regierung und verschiedene Unternehmen an einer Technologie für die Autonomisierung von Fahrzeugflotten gearbeitet. Unterstützt wird das Unternehmen unter anderen vom gefeierten KI-Entwickler Andrew Ng.