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Größtes Datenleck der Geschichte: Yahoo zahlt 50 Millionen US-Dollar Schadensersatz

Ben Hartlmaier 25.10.2018 Lesezeit 2 Min

Vor einem kalifornischen Gericht hat Yahoo einem Vergleich zugestimmt, 50 Millionen US-Dollar Schadensersatz für den Diebstahl persönlicher Informationen in den Jahren 2013 und 2014 zu bezahlen. In einer Sammelklage hatten sich 200 Millionen betroffene Nutzer aus den USA und Israel gegen den Internetkonzern gewandt. Die Genehmigung durch ein US-Bundesgericht steht allerdings noch aus.

Der Vergleich, der vor einem Gericht in San Jose vereinbart wurde, umfasst damit eine Milliarde der insgesamt drei Milliarden Yahoo-Konten, die vor rund fünf Jahren von Hackern erbeutet wurden. Der Angriff gilt als größtes Datenleck der Geschichte. Yahoo, dessen Digitalsparte mittlerweile zum US-Telekommunikationskonzern Verizon Communications gehört, hatte das Leck erst 2016 nach den Übernahmeverhandlungen mit seinem heutigen Eigentümer offenbart, was dazu führte, dass der Kaufpreis nachträglich um 350 Millionen US-Dollar reduziert wurde. Insgesamt zahlte Verizon noch 4,48 Milliarden US-Dollar für Yahoo.

Die geschädigten Nutzer können nun jeweils zwischen 125 und 375 US-Dollar aus dem Entschädigungstopf beantragen, je nachdem, wieviel Zeit sie mit der Aufarbeitung der Folgen der kompromittierten Konten beschäftigt waren. Die Schadensersatzsumme wird zu gleichen Teilen von Verizon und Altaba Inc. getragen, unter welchem Namen die nicht an Verizon verkauften Yahoo-Teile heute firmieren.

Mit der außergerichtlichen Einigung kommen Verizon und Altaba um einen Gerichtsprozess herum, der für die beiden Unternehmen möglicherweise weitaus kostspieliger hätte enden können. Experten zufolge schwanke der Wert der persönlichen Informationen eines digitalen Accounts zwischen einem und acht US-Dollar, schreibt AP. Bei den in der Sammelklage verhandelten Accounts hätte eine mögliche Strafe über eine Milliarde US-Dollar betragen können.

Neben dem Schadensersatz bekommen die Geschädigten außerdem für zwei Jahre eine kostenlose Überwachung ihrer Kreditaktivitäten gestellt, um eine mögliche kriminelle Nutzung der gestohlenen Identitätsdaten zu verhindern. Im Falle der Zustimmung des Bundesgerichts erhalten außerdem die Anwälte der Kläger 37,5 Millionen US-Dollar Gehalt und Spesen.