/Design

Das steckt hinter Kanye Wests bizarrem iPlane-Flugzeug

WIRED Staff, Michael Förtsch 12.10.2018 Lesezeit 2 Min

Rapper Kanye West hat dem US-Präsident Donald Trump den Vorschlag gemacht, sein Air-Force-One-Flugzeug durch ein mit Wasserstoff angetriebenes iPlane zu ersetzen. Das Design, das er Trump präsentierte, stammt jedoch gar nicht von ihm selbst.

Es ist wohl das bizarrste Treffen, das jemals im Oval Office stattgefunden hat. Der US-Präsident Donald Trump hat den Rapper Kanye West empfangen. Nicht nur ist der Musiker dabei mit einer einer Make-America-Great-Again-Kappe aufgelaufen, sondern hat dem streitbaren Staatsoberhaupt auf seinem iPhone X auch die Pläne für eine neue Air Force One unter die Nase gehalten. Das, wie Kayne es getauft hat, iPlane 1 solle die bisher zwei Boeing 747-200B ersetzen, die den US-Präsident rund um die Welt bringen. Denn: „Wenn er nicht gut ausschaut, schauen wir nicht gut aus“, begründete Kayne den Vorschlag. „Er muss der freshste und flyste sein.“

Der Originalentwurf von Shabtai Hirshberg.

Die Konzeptbilder von Kayne West zeigen ein breites und ziemlich futuristisches Flugzeug mit einer langen Glaskuppel, die mehrere Sitzreihen überspannt. Angetrieben werden soll der Flieger mit Wasserstoff. Und gebaut werden soll er, das ist der Wunsch des Rappers, nicht von einem Unternehmen wie Boeing, sondern vom iPhone-Hersteller Apple. Allerdings: Der Entwurf geht weder auf Apple und schon gar nicht auf Kayne zurück, sondern stammt vom Industriedesigner Shabtai Hirshberg, den der Rapper aber mit keiner Silbe erwähnt. Der Designer aus Detroit hatte das Flugzeug bereits 2012 entworfen. Es war Teil seiner Masterarbeit am College for Creative Studies in der er eben unter anderem ein Konzept für den Flugverkehr im Jahre 2030 erarbeitet hat.

Dass Kayne sich die Idee offenbar von seiner Seite bei Behance geschnappt und an den US-Präsidenten herangetragen hat, hätte Hirshberg selbst vollkommen überrascht, wie er The Verge sagte. Der Industriedesigner habe mit dem skurrilen Vorschlag nichts zu schaffen. Dazu sei sein Entwurf eher als Inspiration denn als Blaupause für ein echtes Flugzeug gedacht. Schließlich setzt er dafür Technologien und Materialien voraus, die es derzeit noch nicht gibt. Jedoch arbeitet Hirshberg derzeit tatsächlich an einem Flugzeug. Allerdings ist das ein kleiner Business-Jet. Aber wenn Apple und Kayne mit ihm arbeiten wollen, sei er natürlich nicht abgeneigt.