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Das Model 3 kommt in Europa mit einem CCS-Ladeanschluss

Michael Förtsch 14.11.2018 Lesezeit 2 Min

Bisher setzte Tesla auf einen eigenen Ladestandard samt modifizierten Typ-2-Ladesteckern. Für den EU-Start des Model 3 wechselt der US-Autobauer nun auf einen in Europa weiterverbreiteten Stecker-Typ und den Ladestandard CCS.

Am Mittwoch hat das Tesla Model 3 seine Premiere in Europa gefeiert. Jedenfalls etwas. Denn seit dem steht der Wagen in ausgewählten europäischen Filialen des US-Autobauers – darunter in München, Düsseldorf oder auch Zürich. Eine Probefahrt unternehmen, kaufen und mitnehmen geht aber noch nicht. Doch angeschaut und vorbestellt werden kann das günstigste Tesla-Fahrzeug schon jetzt. Ausgeliefert wird dann 2019. Dabei hat Tesla nun auch angekündigt, dass das Model 3 für den EU-Markt angepasst wird: Der Wagen wird mit dem hierzulande vielfach üblichen CCS-kompatiblen Combo-2-Port zum Schnellladen ausgestattet sein – wie unter anderem auch der Audi e-Tron, Mercedes EQC, Ford Focus Electric oder auch Jaguar i-Pace.

Die US-Fassungen der Tesla-Fahrzeuge sind mit dem proprietären Charge Port samt eigenem Standard versehen. In der EU wurde für das Model S und Model X und die bisherigen EU-Supercharger-Stationen hingegen ein leicht modifizierter Typ-2-Stecker eingesetzt. Dass Tesla nun auf den CCS-Standard und Combo-2-Steckertypus – ein um zwei Kontakte erweiterter Typ 2 – schwenkt, das hat einen pragmatischen Grund. Das EU-weite Supercharger-Netz ist noch vergleichsweise dünn und der CCS-Ladestandard samt Stromtankstellen mit Typ-2- und Combo-2-Steckern weit verbreitet. Tesla selbst war daher im März 2016 der Standard-Initiative Charging Interface Initiative beigetreten, die auch BMW, Daimler, Volvo, Audi, Opel, Ford und Porsche als Mitglieder hat.

Über den Combo-2-Port ist das Model 3 von vornherein an vielen Stromtankstellen wie denen von IONITY problemlos aufladbar; dazu ist der Combo-2-Port auch mit den noch vielfach verbreiteten Typ-2-Steckern kompatibel. „Wir werden weiter in unser eigenes Ladenetz investieren – das ist ein zentraler Bestandteil unseres Angebots. Wir werden unseren Kunden aber auch den Zugang zu CCS-Netzwerken ermöglichen, die in Europa auf dem Vormarsch sind“, sagte Tesla-Ladeinfrastruktur-Chef Drew Bennett gegenüber Auto Express. Dazu sollen die bisherigen 3.600 EU-Supercharger-Stationen umgerüstet werden. Für die bereits in der EU verkauften Model S und Model X soll es Adapter geben, um sie mit CCS-Ladesäulen kompatibel zu machen. Neue Fahrzeuge dieser Modelle sollen zukünftig von vornherein mit CCS-Schnellladern nutzbarbar sein.