Das MIT wird ein College für Künstliche Intelligenz gründen

Michael Förtsch 16.10.2018 Lesezeit 2 Min

Bislang ist noch nicht klar, wozu Künstliche Intelligenz in Zukunft wirklich fähig sein könnte. Wichtig und zukunftsweisend ist die Technologie aber allemal. Daher will das MIT ein College gründen, in dem zukünftige Wissenschaftler sowohl KIs als auch deren Folgen erforschen.

In Deutschland fordern Vereine und Unternehmen bereits seit mehreren Jahren, dass die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung von Künstlicher Intelligenz mehr fördern und beachten sollte. Zuletzt appellierte die an die TU München angeschlossene Initiative appliedAI mit einem Positionspapier an Politiker, mehr Unterstützung zu leisten – sonst könne Deutschland den Anschluss verlieren. Gleichzeitig hat gerade das renommierte Massachusetts Institute of Technology in den USA angekündigt, selbst mit einer Milliardeninvestition eine eigene KI-Bildungseinrichtung zu gründen.

Insgesamt eine Milliarde US-Dollar will die Universität in das MIT Stephen A. Schwarzman College of Computing stecken. Damit sollen insgesamt 50 Fakultätspositionen geschaffen werden, um die nächste Generation von Informatikern auszubilden. Auch wenn die Erforschung und Entwicklung Künstlicher Intelligenz mehr oder minder im Zentrum der Einrichtung steht, wird die Bildungseinrichtung dennoch interdisziplinär ausgerichtet sein und ebenso andere Felder der Informatik und auch weitere Wissenschaften abdecken.

Nicht nur Entwicklung, sondern auch Folgenabschätzung

Dabei soll es nicht nur um die pure Technologie gehen, sondern auch die Eruierung von politischen, ethischen, gesellschaftlichen und moralischen Fragestellungen, die sich aus neuen und möglicherweise revolutionären Entwicklungen in der Informatik und Künstliche-Intelligenz-Forschung ergeben. Ebenso sollen daher auch Chemiker, Biologen, Politologen und Linguisten befähigt werden, Machine Learning und mögliche zukünftige KI-Technologien in ihre Arbeit einzubinden.

Ganz unumstritten ist die MIT-Neugründung nicht. Denn, wie in den USA oft üblich, werden die Lehrstühle und das eigens dafür errichtete Gebäude durch eine Großspende finanziert. Ganze 350 Millionen US-Dollar der Gesamtinvestition steuert Stephen A. Schwarzman, der Chef der Investmentfirma Blackstone, bei, nachdem die Einrichtung daher auch benannt wird. Eröffnen soll sie im September nächsten Jahres.

Bereits jetzt ist das MIT eine der führenden Institutionen in Sachen KI-Forschung. Darüberhinaus hat die Universität im vergangenen Jahr das Programm Quest for Intelligence gestartet, das Informatiker, Neurowissenschaftler und Kognitionsforscher zusammenbringen soll. Ziel ist es, die Basis sowohl biologischer und technologischer Intelligenzen zu ergründen und mögliche Ableitungen und Verbesserungsmöglichkeiten in beide Richtungen zu entwickeln.