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Das Flugtaxi von Audi und Airbus soll auch zum Auto werden

Michael Förtsch 29.11.2018 Lesezeit 3 Min

Mit Pop Up Next wollen Audi, Italdesign und Airbus das Auto und Flugtaxi zusammenbringen. Denn dabei sollen die Passagiere in eine Kapsel einsteigen, die sowohl unter einem Multicopter andocken als auch auf einem motorisierten Fahrwerk aufgesetzt werden kann.

Fahren, fliegen oder einfach beides. Bereits im vergangenen Jahr haben das seit 2010 zu Audi gehörende Fahrzeug- und Mobilitätsdesignstudio Italdesign und Airbus das Flugtaxi-Konzept Pop Up entwickelt. Nun mischt Audi bei der zu Pop Up Next weiterentwickeln Idee direkt mit, die nun gerade auf der Drone Week in Amsterdam vorgeführt wurde. Die Kernidee bleibt dabei gleich: Die Passagiere sollen zukünftig nicht mehr nur in einem Auto oder einem Flugtaxi reisen, sondern in einer Kapsel, die je nach Situation und Wunsch unter einen Multicopter geschnallt oder auf ein Fahrmodul gesetzt werden kann.

Genau das haben Audi, Italdesign und Airbus nun auch mit einem Modell im 1-zu-4-Maßstab demonstriert. Bei einer Vorführung landete eine Drohne, klinkte eine Passagierkabine zwischen zwei Landebeinen ein, flog, landete und setzte die Kapsel wieder auf eine PKW-Plattform, die daraufhin davonfuhr. Dadurch müssten die Reisenden selbst bei Trips aus dem Umland in die Stadt und zu einer speziellen Zieladresse abseits von Landeplätzen nicht mehr um- oder aussteigen, sondern hätten eine ungebrochene Reiseerfahrung. Auch Krankentransporte ließen so ohne das Umladen von Patienten durchführen.

Damit setzt das Entwicklertrio auf ein anderes Konzept als bisherige Flugtaxi- beziehungsweise Flugauto-Start-ups wie Volocopter, Lilium oder Kitty Hawk, die ihre Multicopter als eigenständige Vehikel und Ergänzung zur bisherigen Transportinfrastruktur entwickeln. Genau das, hatten Verkehrsexperten kritisiert, mache sie vielfach schlecht einsetzbar und schwerlich in urbane Umgebungen integrierbar. Da soll Pop Up Next flexibler und adaptiver sein.

Gute Idee – aber noch weit von der Umsetzung entfernt

Natürlich ist das Modell im Kleinmaßstab noch weit von einem funktionierenden Prototypen entfernt. Da sind viele andere Flugtaxi-Bauer schon deutlich weiter und erfahrener – Volocopter wird beispielsweise bald in Dubai und Singapur im aktiven Einsatz getestet. Im nächsten Schritt soll Pop Up Next allerdings schon in Lebensgröße umgesetzt und erprobt werden – was jedoch wohl noch dauern dürfte.

Mittlerweile ist Audi auch Unterstützer der Flugtaxi-Initiative Urban Air Mobility, die einen Flugtaxi-Testbetrieb in Ingolstadt ermöglichen soll. Dabei sollen unter anderem gesetzliche und technische Rahmenbedingungen für derartige Verkehrsmittel eruiert werden, welche Vorteile sie bringen können. Aber auch, ob Flugtaxis in städtischen Gegenden überhaupt sinnvoll sind und welche Gefahren und Einschränkungen sie bedeuten können, soll herausgefunden werden.