/Mobility

Aldi will ein E-Tankstellen-Netz aufbauen

Michael Förtsch 09.08.2018 Lesezeit 2 Min

Bei Aldi Süd soll es bald nicht mehr nur günstige Tiefkühlpizzen und Laptops geben, sondern auch Strom für Elektrofahrzeuge. Denn der Discounter hat jetzt angekündigt, ein ganzes Netz von Elektroladestationen aufzubauen.

Wer bei einem Discountmarkt von Aldi Süd vorfährt, der kann schon jetzt manchmal Parkplätze finden, die mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge ausgestattet sind. Insgesamt 53 Filialen in und um Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, Mülheim an der Ruhr und München sind auf diese Weise bereits ausgerüstet. Bald sollen es noch mehr werden. Denn der Einzelhandelskonzern hat jetzt angekündigt, ein dichtes Netz von Ladestationen für Elektroautos aufzuziehen. Das soll so gestrickt werden, dass Fahrer sich für langen Fahrten gezielt von einer Aldi-Filiale zur nächsten hangeln können.

„Bisher haben wir uns auf die Ballungszentren und Innenstädte konzentriert“, sagt Florian Kempf von Aldi Süd in der offiziellen Pressemitteilung. „Jetzt ermöglichen wir unseren Kunden auch, ihre Urlaubsfahrten mit uns zu planen.“ Bei insgesamt 28 Filialen unweit der Autobahnen A3, A5, A6, A7, A8 und A9 sollen jeweils mehrere 50-kW-Schnellladesäulen installiert werden. Die einzelnen Discount-E-Tankstellen sollen nicht weiter als 160 Kilometer auseinanderliegen. Die erste davon wurde gerade bei einer Aldi-Filiale in Seeheim-Jugenheim in Betrieb genommen – der Rest soll möglichst noch in diesem Jahr folgen. Letztlich solle dadurch ein flächendeckendes Netz über die „Hauptverkehrsrouten durch West- und Süddeutschland“ entstehen.

Nicht nur auftanken, sondern auch einkaufen

Bei der Initiative geht es Aldi natürlich nicht nur um den „Weg zu einem klimafreundlichen Verkehrssystem“, wie Mathias Samson, Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium, bei der Einweihung der ersten Ladesäulen sagte. Stattdessen hoffen die Verantwortlichen von Aldi freilich auch darauf, dass die Fahrer und ihre Passagiere während der Ladepause einkaufen gehen.

Je nach E-Automodell dauert das Aufladen für weitere 200 bis 250 Kilometer an der 50-kW-Schnellladesäule immerhin zwischen 25 und 45 Minuten. Das Laden an allen Filialen soll vollkommen kostenfrei und ohne Registrierung möglich sein. Dazu würde der Strom zumindest zum Teil über Fotovolaitkanlagen erzeugt, die auf den breiten Dächern der Filialen installiert sind. Ganz alleine ist Aldi mit dieser Initiative nicht. Auch Konkurrenten wie Lidl und Rewe bieten bei einigen Filialen schon einen ähnlichen Service an ebenso wie die Fastfood-Kette McDonalds.